[Python-de] Übersetzer gesucht

Stefan Behnel behnel_ml at gkec.informatik.tu-darmstadt.de
Son Jan 15 22:59:08 CET 2006



Markus Majer schrieb:
> Warum wird dort eigentlich so viel umgeschmissen?
> Sollte man das alles, bei einer Programmiersprache, die auch im
> kommerziellen bzw. professionellen Gebrauch bestehen soll, nicht ein
> bisschen vorsichtiger sein?

Wie andere schon schrieben: So ziemlich alle Python 2.1 Programme werden auch
unter 2.5 noch laufen. Außerdem laufen sie auch meistens problemlos unter
Jython, was mensch von Py2.5 Programmen wohl noch auf längere Sicht nicht
behaupten können wird.


> Irgendwie kommen mir die ganzen Ideen die dazu.. gepfriemelt will ich jetzt
> nicht sagen.. implementiert werden, bzw. den Gedanken möglichst viele
> Programmierparadigmen unterzubringen, ein wenig inkonsistent und nach
> ersten Anzeichen einer "Featureitis" vor?

Es gibt schon seit längerem die Diskussion, ob lieber neue Features in die
Sprache sollten oder die Standardklassen aufgeräumt werden sollten. Die
meisten Leute würden letzterem den Vorrang geben, wenn es nicht alten Code
zerschießen würde - schließlich würden sich dann die meisten imports plötzlich
irgendwo anders befinden. Insofern wiederum eine Sache für Py3000 (siehe PEP).

Und nebenbei sind eigentlich alle neuen Sprachkonstrukte, die (nach langen
Diskussionen und Planungen) in den letzten Versionen dazu gekommen sind, auch
ausnahmslos sehr brauchbar gewesen und haben der Sprache (vor allem durch die
konsequente Umstellung auf Generatoren) ein deutlich neues Gesicht gegeben -
natürlich wieder nur für neuen Code, der das auch verwendet. Deshalb auch das
Abwarten mit dem Schreiben: Warum sollten gerade Einsteigern die schönsten
Erleichterungen vorenthalten werden? Wenn jemand in eine Sprache einsteigt,
dann sind das doch gerade die Dinge, die die Sprache schön genug erscheinen
lassen, um weiterzumachen.


> :o) Wenn du jetzt zudem auch
> sagst, mit nem Handbuch vll. eher auf die neue Version warten? Vll. erfährt
> man dann an der Arbeit daran, was in 2.6 wieder alles geändert werden soll?

Weil Py2.4 schon lange genug im "Maintenance-Only-Mode" ist, um auf ein
baldiges Erscheinen der 2.5er Version hoffen zu können. Jedenfalls vor dem
Abschluss eines neu geschriebenen Einführungskurses.



> Gibt es jemand, der mir dieses Gefühl austreiben kann? Noch bin ich ein
> Newbie, und noch schwanke ich zwischen Python und Ruby ;o)

Habe Ruby nie benutzt, aber schon manchmal gesehen. Einiges schien mir schön,
anderes erschien mir aus der Python-Sicht eher als Rückschritt. Sind eben
Sprachen, die sich unabhängig entwickelt haben und auch hin und wieder mal
voneinander abschauen (siehe z.B. den Ruby-On-Rails Streit, der dann wieder
eine Reihe interessanter Projekte in der Python-Ecke hervorgebracht hat).
Open-Source: Innovation kommt mal von hier und mal von da und irgendwas setzt
sich irgendwann durch - hängt nur davon ab, wie viele es benutzen und ob sich
die richtigen Leute dahinter stehen.

Also entscheide dich ruhig für Python, du wirst das meiste davon schnell
lieben lernen. Und für alles andere kannst du dir dann immer noch überlegen,
ob es sich lohnt dafür dann zusätzlich noch Ruby (oder anderes) zu lernen. Oft
ist es eben nicht die Sprache, die über das Projekt entscheidet, sondern
(leider/hoffentlich/je-nachdem) umgekehrt.

Stefan