AW: [Python-de] ct Artikel (war: Minimal Python)

Dirk Lannatewitz dirk.lannatewitz at web.de
Thu Jan 23 20:21:55 EST 2003


Hallo,
habe lange mit mir gerungen, hier mich mit in die einzumischen

Nun aber doch meinen Senf. Mit evtl einigen Kommentaren, welche
aus fehlender Erfahrung rühren.

> Python sehe ich als Programmiersprache an, die gegenüber den
> reinen Lehren von Smalltalk oder auch Lisp einen pragmatischen
> Programmieransatz bietet.

Jedes, wozu es da ist. ST wird bei uns an der HS unterrichtet, da man
dem abhelfen will, was immer wieder in der C++ Ausbildung vorkommt. Die
Leute (Studenten)haben früher Ihre Programme vor dem Studium (jaja,
Ausnahmen bestätigen die Regel) in feinster prozedurale c Manier
geschrieben,
Typen festgelegt, .... Kann man doch in C++ auch so machen. Wozu Klassen,
wozu Methoden, ging doch früher auch ohne.
In Smalltalk geht das nicht. Man muss eben OOP-Stil verfolgen.

...

> Vieles, was über smalltalk gesagt wurde gilt auch für
> Python: schnelle Code Entwicklung, gut wartbar, gut lesbar,
> Introspektion, und und. Ausserdem professionelle Wartung,
> Weiterentwicklung von Python und das auf vielen Zielsystemen.
> Alleinstellungsmerkmal: einfaches Deployment auch ohne
> Python Installation auf Zielrechnern (freeze, py2exe...)

ok, py2exe wird mir wahrscheinlich die nötigen sachen des Interpreters mit
in die exe hauen, das geht mit Smalltalk auch. das minimalste Programm, was
ich aus VisualWorks als exe bekommen habe war 7MB. ob das das Ziel ist, denn
dann ist auf Linux pumpe, und gerade die Plattformunabhängigkeit ist doch
was
Tolles.

...
> Wenn ich versuche meine Kollegen für Python zu interessieren
> gilt letztenendlich Python doch nur als Freaksprache ("dann
> nehme ich doch besser Perl oder gleich Java...")

Als ich über Python stolperte und meinen Programmierungsprof gefragt habe ob
er da was dazu empfehlen könnte, war die Antwort: "Python, was ist das?" und
der
meinte das ernst.

...
> > ... und wo Python mit einem solchen Projekt hinsteuern koennte.
> > Endlich Images, endlich einen zur Laufzeit modifizierbaren Python-
> > Interpreter, endlich Eingriffe am "offenen Herzen" und ohne Narko-
> > se! ;-)

Das ist etwas, was ich in Python vermisse, was mir an VisualWorks gefällt.
Ein Objekt der Klasse XYZ kennt die Methode abc nicht. Sollte sie auch nicht
kennen, da ich abc eigentlich an ein Objekt der Klasse ABC schicken wollte.
Es erscheint ein Notifyer mit den Wahlmöglichkeiten: "Debug" (sollte klar
sein),
"Proceed", "Terminate, "Copy Stack"
Gehe ich auf "Debug" bekomme ich einen Debugger, der gleichzeitig Editor
ist.
Soll heissen, ich gehe step by step durch (durch einen Aufrufstack, kann ich
auch von der Stelle an der es geknallt hat zurückgehen und schauen, warum
ist
es ein Objekt der Klasse XYZ und nicht ein Objekt der Klasse ABC, an das ich
abc
schicke), finde den Fehler, verbessere ihn im Debugger, bestätige dieses mit
"Accept",
und wenn ich dann "Proceed" sage, und das der einzige Fehler war, startet
die
verbesserte Methode, mit den bisher vom Programm ermittelten Werten in den
Variablen,
als wäre der Code von Anfang an richtig gewesen.
Das nenn ich "...Eingriffe am "offenen Herzen" ...".

Bei aller Loberei für Smalltalk, ich mag die Schlange lieber. Aber wie oben
gesagt,
jedes wo es hingehört.

Tschau
Dirk Lannatewitz





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