[Python-de] Zeitschriftenartikel zu Python?!

Dinu Gherman gherman at darwin.in-berlin.de
Mon Nov 4 19:16:25 EST 2002


Ein paar gesammelte Gedanken zu den verschiedenen Antworten...

Friedrich Dominicus:

> Nun ich nicht, bitte teil' mir doch mit was für Artikel gesucht
> werden. Ich habe in 2001? angefangen etwas für das LM zu schreiben
> (Common Lisp) und obwohl es eigentlich schon lange mal auftauchen
> sollte ist nichts davon zu sehen. Wenn wirklich Bedard an solchen
> Dingen bestände könnte man ja etwas machen.

Die wollen immer moeglichst interessante Artikel, ungewoehnliche
Themen, sensationelle Software, revolutionaere Algorithmen, gut
geschriebene Texte, etc etc. Also immer das gleiche.

> Aber Fact ist doch das es
> nur ganz wenige Themen gibt, die wirklich gewünscht sind. Immer mal
> wieder Java und Perl, es gibt z.B. regelmäßig etwas zu Perl aber nur
> manchmal in Python. Wenn es dann nach Ruby geht fällt mir nur noch ein
> Artikel ein.

Meine These ist da ganz einfach: wenn man nur zuschaut, dann ma-
chen die Redakteure wovon sie glauben, dass die Leute es lesen
wollen. Und so bekommt man oft irgendeinen Murks serviert, weil
irgendwer glaubt, man will das haben. So wie ueberall sonst auch.
Solche Fakten fallen nicht vom Himmel, sondern sie werden gemacht.

> In anderen Magazinen ist das Zeugs noch einseitiger. Wann
> hast Du z.B. mal in c't oder chip einen Artikel über Smalltalk
> gelesen? Wann je über Python? Ruby? Scheme? Haskell? Eiffel? Ocaml?
> ML? Du findest noch eher einen Kurs über Fortran 77 als etwas neuere
> Programmiersprachen.

Kommt schon mal vor, aber eher unter "Exotisches" bzw. wenn mal
wieder das naechste VisualAge-Release herauskommt, was auch schon
ein seltenes Ereignis ist.

> Was ist mit dem Linux Journal neben PHP, Java, Perl gibt's da so gut
> wie gar nichts.

Die LAMP-Fraktion eben...

> wenn die x-ylonte Gamma Version von C# zu bekommen ist, gibt es gleich
> einen Artikel von fünf Seiten. Hustet Microsoft, machen sie gleich
> eine Cover Artkel daraus. Welche Bedeutung hat COUGH für M$? Muß man
> jetzt Java "wegwerfen"


<robert_kuzelj at yahoo.com>:

> naja, ob gerechtfertigt oder nicht. andere sprachen haben eben
> einen wesentlich hoeheren marktanteil.

Wie gesagt, das ist kein Zufall.

> ich habe selbst einige java-artikel-vorschlaege eingereicht und
> muss sagen, meine erfahrungen sind nicht ganz so gut.
> was mich (und viele bekannte mit denen ich ueber dieses thema
> bereits diskutiert habe) of aergert, sind gerade vorstellungen
> von irgendwelchen frameworks/libraries/produkten, die kaum einer
> braucht (ich weiss, ich weiss - sehr provokant so eine aussage).
> aber es ist halt oede die siebente vorstellung des selbst-
> geschriebenen persistenz-fw von daimler-chrysler zu lesen. ;-)

Sehe ich ganz genau so. Objekt-Spektrum tut sich da sehr hervor!
Vielleicht haben das ja nur Siemensler aboniert?

> klar suchen die artikel, aber eben in der laenge in der du es
> auch sagst: 4-8 seiten je kuerzer, je besser. dummerweise kann
> man mit solch einer einschraenkung kaum ein thema richtig entwicklen.
> d.h. nicht nur das wie, sondern eben das warum und eventuell auch
> andere gleichwertige wege beschreiben. imo ist eine beschreibung
> eines FW einfach witzlos, wenn ich das problem schon gar nicht
> verstehe weil ich es eben noch nie hatte. [...]
> wie bereits oben gesagt, finde ich 6-8 seiten im schnitt zu kurz
> um die hintergruende einer loesung zu beleuchten. [...]
> prinzipiell haette ich schon zwei themen, die mich interessieren
> und die ich beackern koennte. metaclasses und cheetah-templates.
> aber auf 6-8 seiten - no way!

Also, 6-8 Seiten ist nicht so wenig, auch wenn es die Tendenz gibt,
allzu viel Text durch Kaesten und Bilder "auflockern" zu muessen.
Sieh mal nach wie lang Artikel (ohne Werbung) in iX und c't sind.
Da kommt man selten ueber vier Seiten. Einiges wie z.B. lange Lis-
tings kann man ja auch auslagern auf Websites. Und Frameworks kann
man unmoeglich erschoepfend auf wenigen Seiten behandeln. Man kann
sie nur grob vorstellen. Und in der groessten Not kann man ja einen
Artikel in zwei Teile und ueber zwei Hefte zerlegen.

> meine erfahrung mit redaktueren/editoren dagegen ist sehr
> unterschiedlich. teilweise wird erstmal voller begeisterung der 
> artikel/
> vorschlag angenommen um dann anschliessend nie wieder was zu hoeren.
> auch nach mehrmaligem nachfragen per email bekommt man keine reaktion.
> was ich persoenlich einfach ne unverschaemtheit finde - man kann ja
> zumindestens mal signalisiere dass der artikel nicht gefaellt oder
> einfach nicht ins konzept passt oder was auch immer.

Tja, die Redakteure sind halt auch nur Menschen, und die sind nun
mal verschieden. Natuerlich sind solche Erfahrungen aergerlich.
Einer von der c't sagte mal frech zu mir, dynamische PDF-Generier-
ung faende er nun wirklich nicht interessant. Mag sein, aber soll
man daran verzweifeln? Lieber wuerde ich eine Redakteur-Rating-
Website fuer Autoren sehen... ;-)


holger krekel:

> wie ich es mache:  ich mache z.B. fuenf unterschiedliche Angebote
> von denen sie sich was aussuchen koennen.  Zu jedem thema eine
> kurze begruendung, warum das interessant ist.  manchmal dauert
> es monate bis eine antwort kommt, aber die haben ja auch viel
> zu tun.

Wie jeder andere auch. "Viele" Artikelvorschlaege zu machen halte
ich bei "Gelegenheitsautoren" nicht fuer praktikabel, fuer freie
Journalisten schon.

> Meine Erfahrung ist ausserdem, dass man schwierigkeiten bekommt, wenn
> der eindruck entsteht, man wolle nur ueber sein lieblingsthema
> schreiben (ist mir auch schon oft passiert).  Tatsaechlich moechte
> ich auch am liebsten ueber (und in :-) python schreiben.

Das gilt fuer Journalisten, nicht fuer "Amateure". Da schreibt man
immer ueber das, was man besonders gut kann oder mag oder weiss.
Warum sollte man es sonst tun?

Gruss,

Dinu

--
Dinu C. Gherman
......................................................................
"There is much to be said in favor of modern journalism. By giving us
the opinions of the uneducated, it keeps us in touch with the ignoran-
ce of the community." (Oscar Wilde)





More information about the Python-de mailing list